elYOGA

Yoga mit Herz

Von und mit Elvira Müllers Yogalehrerin BDY/EYU

YOGA

Yoga ist ein uralter Schatz der Menschheit. Yoga betrachtet alle Bereiche unseres Menschseins. Dazu gehören alle Aspekte unseres Seins, unser Körper, unsere Sinne, unsere Gefühle und Emotionen, unsere Wahrnehmung, die Erinnerungen, alle Träume und Phantasien. Aber auch unser Handeln im Hier und Jetzt. Denn Leben findet immer im Jetzt – jetzt in diesem Moment – statt.

Wenn wir glücklicher und zufriedener werden möchten, eröffnet uns der Yoga mit seinen vielfältigen Konzepten, unterschiedliche Möglichkeiten, unser Leben bewusster zu gestalten.

Yoga gibt uns dafür praktische Werkzeuge in die Hand. Wir können diese anwenden, um nicht nur unseren Körper gesund zu erhalten, sondern vor allem, unseren Geist zur Ruhe zu bringen. Dabei geht es grundsätzlich darum, unseren Geist positiv zu verändern. Dadurch gelangen wir schrittweise zu mehr innerer Freiheit und Frieden.

Unser Geist (sanskrit: citta, das Feld unserer Wahrnehmung von Erinnerungen, Gefühlen, Empfindungen, Gedanken und Phantasien) ist immer aktiv. Wie bringe ich meine Gedanken zur Ruhe? Diese und andere Fragen behandelt Sri Patañjali in seinem berühmten Text über Yoga: dem Yoga-Sūtra. Dieses über zweitausend Jahre alte Werk gilt auch heute noch als Leitfaden für die Yogapraxis. Patañjali beschreibt in kurzen und bedeutsamen Versen die Ursachen menschlichen Leidens und gibt uns Hilfen, wie wir leidvolle Spannungen auflösen können. Die Überwindung von Leid zeigt er sehr präzise auf. So bietet eine regelmäßige Übungspraxis allen Menschen die Möglichkeit, diesen Wegweiser im persönlichen Alltag für das eigene Leben zu nutzen, anzuwenden und letztendlich zu erfahren.

 

IMMATERIELLES KULTURERBE

Yoga beruht auf uralten traditionellen Erfahrungen, die vom Meister zum Schüler persönlich weitergegeben wurden. Wir können daher unter Yoga eine Erfahrungswissenschaft verstehen, eine ganzheitliche Übungspraxis, die der Philosophie folgt.

Yoga ist eine Lehre und eine der sechs klassischen philosophischen Systeme oder Sichtweisen des indischen Denkens und wurde am 1. Dezember 2016 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. Damit werden kulturelle Ausdrucksformen bezeichnet, die unmittelbar von menschlichen Wissen und Können getragen und von Generation zu Generation weitervermittelt und stetig neu geschaffen und verändert werden.
Sie sind nicht materiell.

Drei Bereiche

Drei Bereiche können wir als verschiedene Bauteile oder Komponenten des Yoga sehen:

  1. der Umgang mit mir selbst, die eigene körperliche und psychische Gesundheit (das medizinische System des Ayurveda) – hilft mir in meinem persönlichen Leben  –  Asanas, die Körperübungen, mache dich sensitiver, öffnen deine Augen.
  2. der soziale Bereich, der zwischenmenschliche Bereich, der Umgang mit anderen,  Beziehungen, die Kommunikation, Worte finden für eine richtige, nicht verletzende Kommunikation
  3. der Umgang mit meinem Geist – spirituell – Sinnfragen; Erkenntnis, das Wissen: Wer bin ich in Wirklichkeit? Ein Verständnis von allem, was ist. Das Wissen, das hilft mir, meine Persönlichkeit zu transzendieren. Persönlichkeitsbildung im Erkennen, dass alle, die einen spirituellen Weg beschreiten, letztendlich ein ähnliches Ziel verfolgen, das Transzendieren des Weltlichen, entsteht eine Art von Solidarität, meine eigene spirituelle Natur erkennen: Nicht das Ego (ich bin, ich will haben) sondern meine wahre ursprüngliche Natur, den wahren Kern in mir, das wahre Selbst – denn ich bin nicht einfach nur mein Körper und mein Denken.

Gesundheitsyoga

 Ist eine Form des Yoga, zugeschnitten auf den heutigen Menschen in unserer Zeit. Gesundheitsyoga bezieht sich in erster Linie auf die Gesundheit und Beweglichkeit von Körper und Geist. Aber, was macht gesundes Üben aus? Und, welche Wirkungen hat die Âsana-praxis? Welche Erwartungen haben die TeilnehmerInnen? Gesundes Üben ist nur möglich in einem Rahmen der eine zeitgemäße Weise einschließt. Eine langsame, achtsame und einfachere Praxis wirkt auf den Menschen von heute stressmindernd. Sie beruhigt das Nervensystem. Die Gefühle werden angesprochen, eine Art „Weich-werden“ und sich sicher fühlen. Bei sich selbst ankommen, sich besser fühlen.

Gesundheitsyoga

Wissenschaftliche Erkenntnisse über positive Wirkungen von Yoga:

  • Verlangsamung der Herzsequenz im Ruhezustand
  • Normalisierung des Blutdrucks
  • Vertiefung und Verlangsamung der Atmung
  • Abbau von Stresshormonen
  • gezielterer und effizienterer Einsatz der Muskulatur

Weitere Wirkungen:

  • kräftigt die Muskulatur
  • verbesser Kraft und Beweglichkeit des gesamten Bewegungsapparats

 Yogapraxis bedeutet, zu lernen den eigenen Körper bewusst zu erspüren und auch seine Signale wahrzunehmen. Dabei auch das Fühlen und Denken wieder in Einklang zu bringen. Mit Konzentration auf den Atem werden die Haltungen und Bewegungsabfolgen (Asanas und Vinyasa) durchgeführt. Dabei geht es unter anderen darum die persönlichen Grenzen bewusst wahrzunehmen und diese nicht ständig zu überschreiten. Dieses „Lernen“ wird verinnerlicht und kann dann auf den Alltag übertragen werden.

Gemeinschaft

Freude erfahren durch eine aufmerksame Yogapraxis und diese mit anderen teilen. Ohne Konkurrenz und Leistungsdruck und dabei lernen, die eigenen Grenzen bewusster wahrzunehmen als vordem. Darum geht es in meinem Unterricht. Ein Ziel ist die Erhöhung des Gefühls für den eigenen Körper. Denn ein erhöhtes Körperbewusstsein führt zu mehr Stabilität im eigenen Leben. Die Aufmerksamkeit wird auf den Atem und die Bewegun gelenkt.

Das Zusammensein mit anderen ist ein natürliches Bedürfnis des Menschen. Daher bekommt die Gemeinschaft einen erhöhten Stellenwert. Ich achte auf eine Atmosphäre, die alle Übenden trotzt ihrer Verschiedenheit miteinander verbindet. Daher beinhaltet die Yogastunde Intimität und Vertrauen. Sie findet in einem geschützten Rahmen statt und ist frei von religiösen Dogmen und Einflüssen. Den achtsamen Umgang mit uns selbst und anderen üben wir gemeinsam. Wer dann gerne weitergehen möchte in Richtung Selbsterforschung, dem macht der Yoga vielfältige Angebote. Dazu sind die Entspannung von Körper, Seele und dem Geist eine Voraussetzung.

Hatha-Yoga

Hatha-Yoga beruht auf einem ganzheitlichen, multimodalen Konzept und hat sich aus dem Yoga entwickelt. Stand einst der Geist im Vordergrund der Übungen (spiritueller Yoga), so wurde im Rahmen des aufkommenden Tantrismus der Körper einbezogen. Nach dem Motto: „Der Körper ist das Gefährt zum Göttlichen und dieser muss rein und gesund gehalten werden“. Ich bemühe mich, den traditionellen Weg des Hatha Yoga und dessen wesentlichen Inhalte beizubehalten. Aspekte des Hatha-Yoga sind:

  1. Asanas – Körperpositionen
  2. Anna – Ernährung
  3. Shat Kriyas – Reinigung
  4. Bandhas – Verschlüsse
  5. Mudras – Siegel
  6. Pranayama – Atemlenkung
  7. Drishti – Konzentrationtechniken
  8. Nada-Anusandhana – Wahrnehmung u. Konzentration auf den inneren Ton
  9. Samadhi – die Verschmelzung mit dem Absoluten

Meditation

Unser Geist ist immer aktiv, in Bewegung. Ein unruhiger Geist wird begleitet von einem unruhigem Atem. Gefühle und Emotionen nehmen ebenfalls Einfluss auf unser Atemgeschehen. Ein volle und gleichmäßige Atmung bringt unseren Geist zur Ruhe. Meditation ist eine Übungspraxis, die uns hilft unsere Gedanken und damit unseren Geist zu beruhigen.

Meditation können wir als einen Weg sehen, durch den wir Wissen über unsere Seele und die göttliche Kraft in uns erlangen. Meditation ist der Weg von Außen nach Innen. Indem wir unsere Aufmerksamkeit nach Innen lenken, vergessen wir unseren Körper. Unsere Glieder und der ganze Körper können sich vollständig entspannen. Durch eine regelmäßige Übungspraxis erfahren wir Ruhe und Zufriedenheit, einen tiefen inneren Frieden. Schrittweise lernen wir unsere Aufmerksamkeit sowie Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen. Probleme des Lebens können wir aus aus einer anderen Perspektive betrachten. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit neue Blickwinkel sowie Sichtweisen auf uns Selbst und das Leben überhaupt zu entwickeln.

Regelmäßige Meditation gibt den Gedanken Ruhe und Festigkeit, unterstützt Selbsterkenntnis, erhöht das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl. Führt zu mehr Lebensfreude und erhöht die Lebensqualität. Dies sind nur einige Beispiele. Meditation erfordert Geduld sowie Ausdauer. Daher ist es wichtig einen guten Lehrer oder eine Lehrerin zu finden, unter deren Anleitung wir unsere persönliche Praxis immer weiter entwickeln lernen, wobei das Hintergrundwissen Nahrung für den Geist sein kann. Denn Motivation und Unterstützung bilden einen wesentlichen Aspekt zur Weiterentwicklung auch im spirituellen Bereich.

 

Meditation der Liebe

Möge ich friedvoll, glücklich und gelöst sein im Körper und im Geist. Möge ich frei sein von Verletzung und Kränkung. Möge ich frei sein von Wut, Verstrickung, Furcht und Ängstlichkeit.

Möge ich lernen, mich selbst mit den Augen der Liebe und des Verstehens zu sehen. Möge ich fähig sein, die Samen der Freude und des Glücks in mir zu erkennen und zu berühren.

Möge ich lernen, die Quellen von Ärger, Verlangen und Täuschung in mir festzustellen und zu erkennen.

Möge ich erfahren, wie ich die Samen der Freude täglich in mir nähren kann. Möge ich fähig sein, gefestigt und frei zu leben.

 

 Möge ich frei sein von Anhaftung und Ablehnung, nicht aber gleichgültig.

Thich Nhat Hanh

 

Unterricht Meditation

Ursula Lyon

Meiner 91 jährigen buddhistischen Freundin Ursula Lyon aus Wien liegt die Gesamtheit des spirituellen Lebens sehr am Herzen. Im “Sampada-Yoga”, dem umfassenden Weg, verbindet sie die buddhistische Lehre, Yoga und Meditation zu einer heilsamen Lebensstrategie. Sie spricht Menschen an, die eine spirituelle Entwicklung in ihr weltliches Leben integrieren wollen.

Meditation – Kurse

Das Miao Fa Zentrum für Meditation und Chan-Buddhismus bietet kostenlose Kurse in Meditation an. Es wird geleitet von der deutschen buddhistischen Nonne Shifu Simplicity in der chinesischen Chan Tradition.  Ort: Berlin Spandau – Hakenfelde 

 

Ayurveda

Yoga und Ayurveda ergänzen sich wechselseitig. Ayurveda ist die Wissenschaft von einem langen und gesunden Leben (Ayur = Leben, Veda = Wissen). Ayurveda wird als „Mutter aller Gesundheitssysteme“ bezeichnet. Auch seinen Ursprung finden wir in den Veden, im alten Indien. Dort und wird er seit circa 5000 Jahren praktiziert und war während der vedischen Kulturepoche Ausdruck eines ganzheitlichen Wissens vom Menschen und der Natur. Er war die Heilkunde überhaupt. Er umfasst, die Lebensführung, Diäten, körperliche Übungen, Entgiftungen, Kräuteranwendungen und weitere Behandlungen mit dem Ziel die körperliche, geistige und emotionale Gesundheit zu verbessern.

Die ayurvedische Medizin ist von alters her in acht Aspekte gegliedert. Gemeinsam haben sie das Ziel, die Gesundheit des Menschen zu erhalten, die Gesellschaft vor Krankheiten und Epidemien zu schützen und der Seele Frieden und Erlösung zu schenken. Im Ayurveda betrachtet man alles, auch den Menschen, als ein Zusammenspiel aus fünf grundlegenden Elementen: Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Diese fünf Elemente halten uns in einem Gleichgewicht. Sie erzeugen in uns drei biophysischen Kräfte (vata, pitta, kapha). Sie werden Tridoshas genannt. Ihre Ausprägungen sind in jedem Individuum einzigartig. Nach dem Ayurveda ist Krankheit das Ergebnis eines gestörten Gleichgewichts dieser Kräfte. Das Ziel der ayurvedischen Medizin ist es den Körper, den Geist, und die Seele zu harmonisieren und in Einklang miteinander zu bringen.

Ayurveda kämpft nicht gegen die Krankheit an, sondern lehrt, unseren Körper und Geist mit den Gesetzen der Natur in Einklang zu bringen und dadurch die Ursachen der Krankheit zu beseitigen. Ayurveda hilft uns dabei, unsere jeweils einzigartige Konstitution zu verstehen. Die Methoden unterstützen uns, typgerecht die für uns beste Ernährung, Bewegungen, Tätigkeiten, Yogaübungen usw. zu finden.

Ayurveda ist weitaus mehr als nur eine Heilkunde für kranke Menschen. Das eigentliche Ziel besteht darin, ein Gleichgewicht in den Körper und in das Bewusstsein zu bringen. Dadurch werden die Voraussetzungen für ein langes und erfülltes Leben geschaffen. Ayurveda und Yoga ergänzen sich wechselseitig. Die Ayurveda-Medizin ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als medizinische Wissenschaft anerkannt.

Eine erfüllte Sexualität sowie gesunde Nachkommen zählen laut Ayurveda zu den wichtigsten Grundbedürfnisse des Menschen. Unser Wohlbefinden basiert auf drei Säulen des Lebens:

Drei Säulen

  1. der richtigen Ernährung
  2. einem guten Schlaf und
  3. einem ausbalancierten Sexualleben

Besteht ein Mangel oder Ungleichgewicht in einer dieser Säulen, so ergeben sich daraus Beschwerden im Körper und im Geist …

Blog

Letzte Beiträge

Texte – Schönheit

Indem wir uns der Schönheit des Lebens zuwenden, wenden wir uns allem Heilsamen und Wahren zu. Wir verfeinern dadurch unsere Gefühle und Gedanken. Denn die Schönheit umfängt unser innerstes Wesen und nährt unsere Seele. Schenken wir der Schönheit mehr Beachtung und...

Primärprävention Hatha-Yoga

Primärprävention § 20 SGB V Im „Leitfaden Prävention“ sind gemeinsame und einheitliche Handlungsfelder und Kriterien der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Umsetzung der §§ 20, 20a und 20b SGB V vom Juni 2000, in der Fassung vom 27. November 2017, festgelegt....

BDY / EYU

Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschlands e.V. (BDY). Die berufsethischen Richtlinien finden Sie hier. EYU – Europäische Yoga Union. Die Europäische Yoga Union (EYU) ist die älteste internationale Yogaorganisation in Europa. Sie betrachtet Yoga als Philosophie...

Einverständnis

1 + 7 =